Redebeitrag zum Thema: Sekundarschule in Düsseldorf

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Reden | 26/04/2012

22. öffentliche Sitzung des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf. Thema: Sekundarschule in Düsseldorf

Ratsherr Rohloff (FDP): Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren! Grundsätzlich sei erwähnt: Die FDP steht für die Vielfalt der Schulformen. Ich finde es gut, dass wir so flexibel sind – ich nenne es einmal so – und heute interfraktionell die erste Sekundarschule auf den Weg bringen. Schon in der Schulausschusssitzung im Oktober vergangenen Jahres haben CDU und FDP federführend die Weichen dafür gestellt, indem wir diese Initiative damals ergriffen haben. Gut, dass sich uns nun auch die linke Seite des Hauses anschließt und wir das gemeinschaftlich verabschieden.

Ich möchte jedoch gleich dazu sagen: Eine flächendeckende Einführung der Sekundarschule in Düsseldorf lehnen wir als Freie Demokraten, unter den derzeitigen Bedingungen, entschieden ab. Ich will Ihnen auch erklären, warum: dazu möchte ich aus einem Interview mit der Schulministerin Löhrmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. September 2011 zitieren. Da wird Frau Löhrmann gefragt: „Von der Gemeinschaftsschule haben Sie sich im Zuge des Schulkonsenses ja verabschiedet?“ Ihre Antwort: „Doch nur vom Namen.“

Die FDP in Düsseldorf wird aufpassen, dass dieser Schulkonsens, den Sie da beschlossen haben, in Wahrheit nicht ein trojanisches Pferd ist und am Ende die Einheitsschule dabei herauskommt.

(Beifall von der FDP)

Die FDP steht für den Erhalt der Vielfalt der Schulformen. Die Sekundarschule gefährdet unter den derzeitigen Bedingungen langfristig die Gymnasien in Düsseldorf, da gymnasiale Standards hier verpflichtend sind und die Schulform gegenüber anderen Schulformen bevorzugt wird in der Lehrerversorgung, Klassenfrequenz und Ausstattung. Das Gymnasium wird im Schulgesetz gegenüber anderen Schulformen, beispielsweise der Sekundarschule, benachteiligt.

(Zuruf von Ratsherrn Volkenrath [SPD])

Herr Volkenrath, hören Sie mir doch bitte zu, auch wenn Sie eigentlich nur Verkehrspolitik machen!

Dabei ist das Gymnasium – das ist ein Fakt, den können Sie nicht wegreden – eine der erfolgreichsten Schulformen in dieser Stadt. In Düsseldorf gehen 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler nach der vierten Klasse auf ein Gymnasium. Seine Schülerzusammensetzung und daher seine Methoden sind vielfältiger geworden. Es ist nicht mehr eine Schule der Elite, sondern es ist eine Schule der Mitte der Gesellschaft.

(Beifall von der FDP)

Und die wollen Sie – das wissen Sie auch – langfristig unterwandern und abschaffen.

(Ratsherr Raub [SPD]: Das stimmt doch überhaupt nicht! Sie reden Unfug!)

Das wäre schön! Lehrer, Eltern und Schüler am Gymnasium haben das gleiche Recht auf faire Rahmenbedingungen wie alle anderen Schulformen. Das Gymnasium darf nicht sterben. Das garantiert einzig im Land und auch hier die FDP. Vielen Dank.

(Beifall von der FDP)

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