Redebeitrag zum Thema: Düsseldorf auf dem Weg ins Web 2.0? – Erstellung eines Social-Media-Konzepts (Vorlage 01/ 153/2011)

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Reden | 14/07/2011

16. öffentliche Sitzung des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf. Thema: Düsseldorf auf dem Weg ins Web 2.0? – Erstellung eines Social-Media-Konzepts (Vorlage 01/ 153/2011)

Ratsherr Rohloff (FDP): Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Cardeneo, Sie vermischen in diesem Antrag E-Government und Social Media. Das fließt da ein bisschen ineinander. Das hätte ich grundsätzlich mehr getrennt.

Im Bereich E-Government, mit dem wir uns im POA schon seit langem beschäftigen, ist diese Stadt spitze. Das hat erst kürzlich die Unternehmensberatung Ernst & Young bestätigt, wo wir in einer Studie zum besten E-Government-Angebot in ganz Deutschland von 187 Kommunen auf Platz 1 gewählt worden sind. Denn wir haben ein wirklich hervorragendes inhaltliches Angebot auf www.duesseldorf.de. Wir haben auch eine Auszeichnung für das „Virtuelle Mittelstandsbüro“ bekommen.

Aber zum Thema Social Media. Sie haben es gesagt, die Stadt ist bei den Marktführern Twitter und Facebook aktiv. Ich gebe Ihnen auch durchaus recht, dass 700 Follower bei Twitter und etwas über 5.000 Fans bei Facebook mehr sein könnten. Auch über die Interaktivität der Seite kann man theoretisch sprechen. Aber ein Anfang ist hier durchaus gemacht, wir sind dort vertreten. Wenn ich mir Ihren Antrag mal so durchlese – Sie wünschen sich sehr viel Bürgerbeteiligung, Sie wünschen sich direkte Dienstleistungen auf dem Portal.

Wir sehen die Stadt in dieser Funktion im Bereich Social Media mehr als Dienstleister und nicht als Selbsthilfegruppe für irgendwelche 15-Jährigen oder als Abfragemöglichkeit nach dem aktuellen Status von Bauanträgen oder Personalausweisen. Ich glaube nicht, dass das mittels Social Media zu lösen ist. Wie gesagt, hat der Antrag in der Form die falsche Stoßrichtung. Deshalb werden wir ihn ablehnen.

Sie sagten gerade in Ihrer Antragsbegründung, dass man nur im Notfall reagieren würde. Ich habe das die letzten Tage selbst mal getestet, wie die Stadt denn hier reaktionszeitenmäßig aufgestellt ist.

Es ist nicht repräsentativ, aber ich möchte es Ihnen trotzdem mitteilen: Auf der Facebook-Seite der Landeshauptstadt Düsseldorf habe ich nach dem Servicetelefon „Stadtsauberkeit“ beim Umweltamt gefragt. Hier hatte ich innerhalb von fünf Minuten eine Antwort, die Telefonnummer mit E-Mail-Adresse. Bei der Facebook-Seite des Stadtmuseums hatte ich sogar innerhalb von zwei Minuten, nachdem ich die Anfrage gestellt hatte, die Kontaktmöglichkeit zum Freundeskreis. Bei den Stadtbüchereien lag die Zeit bis zur Antwort auf eine Anfrage nach der Verfügbarkeit eines bestimmten Buches inklusive der Angabe der Zweig-stelle unter einer Stunde.

(Beifall von CDU und FDP – Zuruf von Bürgermeisterin Dr. Strack-Zimmermann – Ratsherr Dr. Fils [CDU]: Wow! Super gut!)

Aber es geht noch weiter. Spaßeshalber habe ich mir auch einmal erlaubt, den Antragsteller im Bereich Social Media auf der Facebook-Seite des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen zu testen. Ich habe die durchaus ernst gemeinte Frage gestellt, weshalb die Grünen in den letzten zehn Sitzungen des Düsseldorfer Jugendrates nur an zwei Sitzungen beratend teilgenommen haben. Also durchaus eine Frage, die mich interessiert hätte. Keine Sorge, Ihre Reaktionszeit ist top! Innerhalb weniger Stunden war meine Anfrage nicht mehr da und auf eine Antwort warte ich bis heute. Vielen Dank.

(Beifall und Heiterkeit von FDP und CDU)

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